Bild: © Matthias Lehmann

Sexuelle Gewalterfahrungen greifen in die psychosexuelle Entwicklung ein und bedingen schwere Störungen der Sexualität – und zwar nicht nur auf seelischer, sondern auch auf körperlicher und partnerschaftlicher Ebene. Der Leidensdruck der Betroffenen ist oft immens, hängt doch die Frage, ob es ihnen gelingen kann, eine Partnerschaft aufzubauen und zu erhalten, mit davon ab, wie ihr Umgang mit Sexualität ist. Nicht wenige von ihnen sehnen sich außerdem danach, ihre verletzte Sexualität aus der Umklammerung der Traumafolgen zu befreien und sich mit ihren sinnlichen und erotischen Seiten auszusöhnen.

Gleichzeitig haben nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Therapeuten oft Berührungsängste, wenn es darum geht, Sexualität zum Thema zu machen. Dahinter stehen nicht selten Befürchtungen, es könne zu psychischen Destabilisierungen kommen, wenn man sich der Sexualität näher zuwende. Zusammen mit der Unsicherheit, wie mit diesem tabuisierten Thema umzugehen ist, wird eine solche Sorge leicht zum Hemmnis für Weiterentwicklung und paradoxerweise auch für dauerhafte Stabilisierung. Zusätzlich fehlt es zumeist an den nötigen therapeutischen Werkzeugen.

Unter welchen psychischen, körperlichen und interpersonellen sexuellen Störungen leiden Betroffene von sexueller Gewalt? Gibt es behutsame und sichere Wege, das Thema Sexualität in die Behandlung zu integrieren?

Inhalte des Workshops „Trauma und Sexualität“

In diesem zweiteiligen Workshop vermitteln wir

– Grundlagenwissen zur Symptomatik und Entstehung traumabedingter sexueller Störungen

– Know-how für die traumasensible Sexualanamnese und Diagnostik

– einen therapeutischen Ansatz, der Elemente aus der Trauma-, Sexual-, Körper- und systemischen Therapie verbindet

Eine Vielzahl an Fallbeispielen, Rollenspielen und Selbsterfahrungsanteilen ergänzt die praxisnahe Informationsvermittlung.

Im Vergleich zu dem zweitägigen Kompaktkurs bietet dieses viertägige Format die Möglichkeit einer vertieften Vermittlung von systemischen/paartherapeutischen und körpertherapeutischen Aspekten.

Literatur

Büttner, M. (Hrsg.). Sexualität und Trauma – Grundlagen und Therapie traumaassoziierter sexueller Störungen. Schattauer, 2018.

Referentinnen

Dr. med. Melanie Büttner
Karin Paschinger
Eva Rittel

Zeitpunkt

1. Teil
18.05.2019 von 9.00 bis 17.00 Uhr
19.05.2019 von 9.00 bis 13.00 Uhr

2. Teil
29.06.2019 von 9.00 bis 17.00 Uhr
30.06.2019 von 9.00 bis 13.00 Uhr

Insgesamt werden 26 Unterrichtseinheiten vermittelt.

Sollten Sie sich für diesen Workshop interessieren, zu dem Termin aber keine Zeit haben, können Sie sich in unserem Kursprogramm über weitere Termine informieren.

Ort

München (Genauere Informationen zum Veranstaltungsort werden rechtzeitig vor Beginn des Kurses bekanntgegeben).

Wer kann teilnehmen?

Der Workshop richtet sich an Personen in therapeutischen und beraterischen Berufen, wie z. B. psychotherapeutisch tätige Psycholog*innen, Ärzt*innen, Sozialpädagog*innen und Heilpraktiker*innen, aber auch an Sexualtherapeut*innen, Sexualberater*innen, Körpertherapeut*innen und Physiotherapeut*innen.

Kursgebühr

Bei Buchung bis zum 15.2.2019 360 €, danach 400 € (inkl. Kaffeepausen-Verpflegung).

Bildungsprämie für Erwerbstätige mit geringem Einkommen: Für die berufsbezogene Weiterbildung können Sie für den Kurs einen Bildungszuschuss des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beantragen. Weitere Informationen: www.bildungspraemie.info

Fortbildungspunkte

Eine Anerkennung der Fortbildung durch die BLÄK wurde beantragt.

Aufgrund der derzeit hohen Auftragslage bei der BLÄK erfolgt die Anerkennung erst ca. einen Monat vor Veranstaltungsbeginn. Wir gehen davon aus, dass 16 Fortbildungspunkte zugestanden werden.

Anmeldung

kontakt@melanie-buettner.de

Aktuell sind noch 14 Plätze verfügbar.

Stornobedingungen

Mit der Bestätigung Ihrer Anmeldung gilt Ihre Kursbuchung als verbindlich. Bei einer Stornierung bis 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 20 Euro erhoben. Danach kann die Kursgebühr nur dann erlassen werden, wenn ein/e Nachrücker/in gefunden wird. Sollte sich kein/e Nachrücker/in finden, kann nach Verfügbarkeit ggf. auch ein Nachholtermin vereinbart werden.